Am Samstag, den 6.02.2010 fand das Langstreckenevent in der GT3-Langstreckenmeistschaft in Spa-Francorchamps statt. Das Team FRC brachte wieder seinen Ferrari F430 und den Ford GT an den Start. Dieses Mal hatten die Lackierer eine tolle Arbeit abgeliefert, nachdem die Zeit vor dem 1. Rennen am Nürburgring etwas knapp war und man in einer GT-eins Standardlackierung starten musste.
Auf dem Ferrari starteten wie auf dem Nürburgring wieder Sascha Siegert und Andreas Tübel. Der Ford GT wurde diesmal von Daniel Behnisch verstärkt, nachdem im letzten Rennen kein Fahrer für den Wagen gefunden worden war. Mal sehen, wie sich die Fahrerpaarung Semba und Behnisch in den Rennen schlägt.
Der Beginn des Rennsamstags verlief für Semba und Behnisch nicht optimal, da Semba aufgrund anderer Verpflichtungen erst sehr spät zur Rennstrecke kam. Das bedeutete für Behnisch, dass er aufgrund des fehlenden Setups keine richtigen Trainingsrunden abspulen und sich somit nicht richtig auf die 4h Spa vorbereiteten konnte. Mehr oder weniger relativ kalt und nicht eingefahren auf den Ford GT gingen die beiden somit an den Start.
Semba fuhr als erstes mehrere Trainingsrunden um wenigstens ein bisschen mit dem Ford zurecht zu kommen. In den vorangegangenen Trainingstagen hatte sich gezeigt, das Semba immer erst ein paar Runden brauchte um mit dem doch etwas zickigen Ford GT zurecht zukommen. Der Zeit nach zu urteilen, Semba fuhr eine 2:21:269, reichten die Einführungsrunden allerdings nicht aus. Die Zeit reichte gerade einmal für Platz 21 und man sah Semba an, das er damit alles andere als zufrieden war.
Semba dazu nach der Qualifikation: „Bei mir war der Samstag alles in allem ein bischen hektisch. Nachdem ich erst um 17 Uhr aus der Vorlesung rausgekommen bin musste ich mich richtig beeilen, damit ich bis 18 Uhr nach Hause komme. Geschafft hab ich das dann gerade noch mit ein paar Minuten Verspätung. Bin dann sofort rein ins Fahrerbriefing gestürzt. Dann schnell noch 3 Runden zum Einfahren genutzt, was natürlich alles andere als gut klappte. Beim Ford dauerts immer etwas, bis man sich drauf eingefahren hat. Also total kalt in die Quali rein und jede 2. Kurve versemmelt. Rausgekommen ist ne 2.21.269 und damit Platz 21. So versaut hatte ich schon lange keine Quali mehr, da ich ja bereits mit vollen Tank bei optimaler Runde eine 2.19.9xx schaffte.“
Auch bei Tübel und Siegert lief die Qualifikation nicht nach ihren Vorstellungen. Dieses Mal durfte in Andreas Tübel den Ferrari in der schnellen Runde bewegen und fuhr immerhin eine 2:18:751. Damit konnte er sich auf den 11. Platz setzen. Angepeilt hatte Tübel allerdings die Top 8 und war mit dem 11. Platz doch nicht ganz zufrieden. Allerdings baute er auch mehrere Fehler in der Quali-Runde ein und hätte mit einer perfekten Runde wohl locker in die angestrebten Top 8 fahren können.
Um 19 Uhr wurden dann endlich die 4h von Spa-Francorchamps gestartet. Beide Startfahrer, Tübel und Semba, konnten bereits in den ersten Runden Plätze gut machen. Bereits nach 3 Runden konnte man von Semba im Boxenfunk hören, das er schon auf Platz 13 vorfahren konnte. Dies war durch dadurch möglich, dass die vorausfahrenden Fahrzeuge in Unfälle verwickelt waren oder von der Strecke abkamen. Die defensive aber doch schnelle Fahrweise von Semba zahlte sich dementsprechend aus. Auch Tübel konnte im ersten Stint kurzzeitig bis auf den 5. Platz vorfahren, bis er aufgrund der nachlassenden Reifen mehr und mehr Probleme bekam und vorsichtiger fahren musste. Auch Semba konnte bis zum Boxenstop bis auf Platz 9 vorfahren. Beide Fahrzeuge gingen in der 16. Runde in die Box und kamen wieder auf dem 14. Platz (Ferrari) sowie auf dem 17. Platz (Ford GT) zurück auf die Strecke. Während Semba weiterhin Druck machte und darauf drängte im 2. Stint weiter Plätze in den Top 10 zu erfahren, konnte Tübel an die gute Leistung im 1. Stint nicht mehr anknüpfen. Er konnte nicht mehr seinen Rennspeed gehen und zusätzlich kamen dann noch Konzentrationsstörungen bzw. die Kondition ließ nach.
Bereits kurz nach dem Boxenstop konnte Semba Tübel überholen und absetzen. Allerdings konterte Tübel wenige Runden später nach einem schönen Windschattenduell auf der langen Gerade nach der Eau Rogue. Die meisten Fahrzeuge gingen wieder wenige Runden vorher an die Box und die Plätze konnten eingefahren werden, bis wieder beide Fahrer gleichzeitig an die Box gingen und dieses Mal auch die Fahrerwechsel vollzogen worden. Für den Ferrari gingen jetzt Siegert und im Ford GT Behnisch an den Start. Dies war Behnisch erster Einsatz im Renngeschehen und mit dem Ford.
Nach dem Rennen sagte Behnisch zu seinem ersten Einsatz: „Chris fuhr die Qualy und die ersten beiden Stint´s. Dann bekam ich den GT, also langsam angehen lassen und ja den Wagen nicht beschädigen. Einige Schrecksekunden gab es dann, 2x Mal bin ich in den Kies gefahren weil die Konzentration nachließ, was aber nicht mehr als ne halbe Sekunde kostete. Dann folgte ein ominöser Unfall auf der Start- Ziel Geraden. Ronny hatte mich gerade überholt und fuhr vor mir. Es knallte und auf einmal waren dort noch 2 Fahrzeuge, durch den ganzen Rauch sah ich nur Fahrzeug und dessen verlorenen Teile fliegen. Nur durch Glück und meines außergewöhnlichem fahrerischem Könnens (Behnisch grinst) konnte ich den Fahrzeugen ausweichen. Dann mitten im 2ten Stint kam ich Eau- Rouge auf den inneren Curb und der GT brach nach links aus, der harte Einschlag folgte zugleich.“
Der ominöse Unfall war das Ergebnis eines Unfalls in der Boxengasse, bei dem Michi Groiss in der Boxengasse verunfallte und wieder zurück auf die Strecke geschleudert wurde. In das Auto fuhren Herzig, während Siegert mit Glück am Unfallwagen vorbeikam. Herzig stand dann ebenfalls plötzlich mitten auf der Strecke, sodass Hähnel, der später das Rennen gewann, keine Chance hatte und in den Unfallwagen von Herzig fuhr. Behnisch kam mit nur sehr viel Glück an beiden Autos vorbei und konnte sogar den Kontakt mit der Mauer noch vermeiden. Ein kleines Meisterstück… Semba war natürlich erleichert, als er sah, das Behnisch ohne größere Probleme den Unfall durchfuhr. Auch das zweite Ereignis ging für den Ford GT und Behnisch glimpflich aus. Nach einer Unachtsamkeit in der Eau-Rouge kam er auf den Curb und der Wagen bog nach links in die Mauer ab und schlug mit der linken Fahrzeugseite ein. Behnisch konnte trotz des Unfalls problemlos weiterfahren und konnte seinen Doppelstint auf dem 7. Platz beenden. Beim Team Ferrari lief der Stint von Siegert nicht gut. Er fuhr zwar aggressiv und anfangs erfolgreich, da er einige Plätze erntete, schlug aber gegen Ende des 3. Stints in die Mauer ein und musste die Box ansteuern. Siegert stieg aus dem Fahrzeug aus und Tübel übernahm erneut das Steuer. Bis dahin fuhr der Ferrari noch in den Top 10 mit. Tübel konnte die Platzierung allerdings auch nicht halten, da er nach der Hälfte seines Stints ebenfalls in der Eau Rogue abflog und der Ferrari nochmals in die Boxengasse musste. Siegert stand wieder bereit um den Wagen zu übernehmen, allerdings verlief der Boxenstopp keineswegs perfekt. Am Wagen war mehr kaputt als man zunächst dachte und die Reparaturen zogen sich hin. Die Fahrertür ließ sich ebenfalls nicht mehr öffnen und so musste Tübel noch einen Stint dranhängen. Das Auto fuhr allerdings nicht mehr optimal und so konnte Tübel keine besonderen Akzente mehr setzen. Er übergab nach dem 5. Stint wieder an Siegert. Die Fahrertür ging glücklicherweise doch wieder auf… Beim Ford übernahm Semba wieder das Steuer. Er kam auf Platz 10 wieder aus der Box und fuhr gegen sich selbst und die nachlassende Konzentration. Zum Ende seines Stints wurde er über Boxenfunk von Behnisch informiert, das nochmals ein Fahrerwechsel gemacht werden müsste, da sonst die Fahrerregelung von 60:40 nicht eingehalten werden könne. Behnisch übernahm somit wieder zum letzten Stint und sollte damit das Rennen zuende fahren. Leider hatte man sich mit der Spritberechnung verkalkuliert und musste 2 Runden vor Schluss nochmals in die Box um einen Splash & Dash zu machen. Dabei ging noch das Team GMSL an Team FRC 2 vorbei.
Behnisch konnte damit das Rennen auf dem 8. Platz beenden. Beide Fahrer, Semba und Behnisch, waren zufrieden und begeistert wie das Rennen beendet werden konnte. Siegert kam auf Platz 12 an. Zufrieden mit diesem Platz ist das Team FRC 1 aber bei weitem nicht. Ohne die Fehler und Unfälle wäre sicherlich ein Platz in der Mitte der Top 10 möglich gewesen.
Christian Semba für TeamFRC |